Müssen Konzerne Unternehmenskultur verändern, um nicht auszusterben?

Ist die Veränderung der Unternehmenskultur auch für große Konzerne überlebenswichtig?

Konferenzraum

Meine Verwunderung, oder soll ich sagen, Bewunderung war groß, als ich lass, dass Siemens Chef Joe Kaeser die Notwendigkeit der Veränderung nicht nur erkannt hat, sondern bereits Veränderungen eingeleitet hat. Das ist ein mutiger Schritt für einen so großen Konzern. Sind die Chefetagen der deutschen Konzerne bereit, sich den großen Herausforderungen zu stellen und die Unternehmenskultur vom Kopf her anzupassen, um die ungenutzten Potentiale zu heben und Innovationen zu fördern? Oder um schlichtweg langfristig zu überleben?

Ich kenne viele mittelständischen Unternehmen, die die Notwendigkeit großer Veränderungen an der Spitze erkannt haben und sich dieser Herausforderung stellen, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Regen die Marktveränderungen auch die großen Konzerne zum Umdenken an?

Hier ein Auszug aus dem Artikel, der ein Interview von Herr Dominik Wichmann mit dem Siemens Chef Joe Kaeser zusammenfasst:

Frage: Siemens hat schon viele und sehr unterschiedliche Paradigmenwechsel erlebt. Der nächste, die Digitalisierung, ist bereits in vollem Gange. Welche speziellen Herausforderungen liegen darin?Antwort Joe Kaeser: Die größte Herausforderung ist, dass jeder glaubt, sie würde nur die anderen betreffen. Die Frage für uns ist, wie man ein Unternehmen mit fast 350.000 Beschäftigten in der ganzen Welt und rund 300 Millionen Euro Umsatz an jedem Arbeitstag  so führt, dass die Menschen verstehen, was um uns herum passiert. Dieser gewaltige Umbruch geschieht unvergleichlich schnell – wenn man also nicht genau hinschaut, den Prozess nicht analysiert, um darauf reagieren zu können, dann kann man in zehn Jahren verschwunden sein.“

Die Erkenntnis – das Veränderung bei einem selbst beginnt und eigentlich überlebenswichtig ist – ist wesentlich, damit ein Kulturwandel im gesamten Unternehmen gelingen kann. Dafür spreche ich ihm meine Bewunderung aus. Er schreckt nicht davor zurück, dies auch auszusprechen, wissend welch immense Aufgabe dies in einem so großen Konzern darstellt. Er stellt sich der Herausforderung, die alten hierarchischen Strukturen aufzubrechen und durch Übertragung von Verantwortung einen neuen Unternehmergeist einzuhauchen.

Joe Kaeser: „Der Schlüssel liegt in der Fähigkeit, sich an die sich immer rasanter verändernden Bedingungen  anzupassen. Doch wie mache ich das Managern bewusst, die in einem ordnungspolitisch und hierarchisch geprägten Umfeld groß geworden sind? Die schon lange für das Unternehmen arbeiten und sich und ihre Arbeitsweise, die Produkte und Dienstleistungen vielleicht gar nicht ändern wollen? …Indem wir ihnen Verantwortung übertragen, sie ermuntern so zu handeln, als wäre es ihr eigenes Unternehmen. Wir nennen das Eigentümerkultur.“

Wenn auch Siemens von außen betrachtet groß, langsam und sehr bürokratisch wirkt, erklärte der Siemens Chef, er würde nicht untätig herumsitzen, sondern will den Gründergeist wiederentdecken. Er meint, dafür müssen wir mutiger sein und wachsamer als wir das in Deutschland derzeit sind.

Vielleicht sind Sie nicht der Chef eines großen Konzerns, haben sich jedoch mit der Notwendigkeit der Veränderung auseinander gesetzt und erkannt, dass es für Ihr Unternehmen überlebensnotwendig ist. Sind Sie bereit, die großen Veränderungen in Ihrem Unternehmen anzugehen? Wenn Sie wissen wollen, wie Sie Veränderungen in Ihrem Unternehmen erfolgreich umsetzen, fragen Sie die Change Leadership Experten: info@growthriver.de

Der gesamte Artikel „Wir werden nicht aussterben wie die Dinosaurier.“ ist hier zu lesen.

Ein Gedanke zu „Müssen Konzerne Unternehmenskultur verändern, um nicht auszusterben?

  1. Peter Rochel

    Ein schöner Artikel, der ein entscheidendes Problem anspricht. Ob nun ausgerechnet Siemens ein Beispiel für die Innovation von Unternehmenskultur ist, wage ich zu bezweifeln. Zugegeben, es ist nicht leicht ein 350.000 Mitarbeiter dickes Brett zu bohren. Die Führungskultur, die für einen kulturellen Wandel zu mehr Unternehmergeist und Innovatonskultur ausserhalb der Produktentwicklung, innoviert werden müsste ist allerdings das dickere Brett. So wie ich das Interview mit Joe Kaeser lese, erkenne ich kaum mehr als die üblichen Phrasen. Nicht, dass ich denke Siemens würde es nicht überleben, aber von einer Unternehmenskultur wie bei Apple, Tesla oder Amazon dürfte der Konzern noch ein gutes Stück entfernt sein 😉

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