Schlagwort-Archiv: Rollenverhalten

Das Männer-Dilemma in der Führung

Bildschirmfoto 2014-12-17 um 09.30.18In der Geschlechterdebatte um die Einführung einer gesetzlichen Frauenquote fühlen sich oft beide Seiten diskriminiert: Männer beklagen eine generelle Benachteiligung bei Ausschreibungen, Frauen die weiter niedrige Präsenz in den Spitzengremien. Laut dem Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung lag der Frauenanteil in den Aufsichtsräten der größten 200 deutschen Unternehmen bei gut 15 Prozent – gut 2 Prozentpunkte über dem Vorjahr – und stagnierte in den Vorständen annähernd bei mehr als 4 Prozent.

In einer jüngsten Online-Umfrage des Führungskräfteverbandes VAA (s. Grafik) sehen mehr als die Hälfte aller befragten männlichen Führungskräfte ihre Berufsaussichten durch Frauenförderprogramme „negativ“ beeinträchtigt. Frauen im Gegenteil bewerteten den Effekt der Förderung weniger gravierend. Ihr Empfinden, bevorzugt zu werden, fällt weit geringer aus als unsere männliche Sorge, benachteiligt zu werden.

Diese Statistik schockiert. Nicht aufgrund der Prozentzahlen, sondern aufgrund der Kluft unserer geschlechtsspezifischen Reaktion auf die zukünftige Gleichstellung von Frauen und Männern. Was verunsichert uns Männer so sehr, wenn Frauen gleichwertig und gleichberechtigt ihren „Mann“ stehen? Weiterlesen

Führen Frauen anders? 7. Teil – Lebensfreude

beautiful girl enjoying the summer sunLebensfreude: Mit sich selbst großzügiger sein.

Wie großzügig sind Sie mit sich selbst? Sind Sie eine der wenigen Frauen, die das Leben voll genießen, erfolgreich sind und sich Zeit für sich selbst nehmen? Gratuliere!

Meiner Erfahrung nach opfern sich die meisten Frauen der älteren Generation für andere auf, weil Sie dadurch das Gefühl haben, das Richtige zu tun. Bis vor 50 Jahren hatten viele Frauen auch wenig Alternativen, weil sie vom Mann finanziell und sozial abhängig waren. Obwohl Frauen heutzutage viel mehr Möglichkeiten offen stehen, hat sich dieses Verhalten noch nicht wesentlich geändert. Ich erlebe noch viele Frauen, die vorwiegend daran interessiert sind, den Vorstellungen der anderen gerecht zu werden. Sie leiden und glauben, dass es die Situation  von ihnen erfordert. Mit dieser Haltung ist Erfolg im Beruf kaum erreichbar, von Lebensfreude ganz zu schweigen.

Warum halten wir dran fest? Weiterlesen

Führen Frauen anders? 3. Teil

frau-fuehrungspositionWas ist das Optimum in der Führung?

5 Aspekte, die für Frauen in Führungspositionen wichtig sind.

In einem Kommentar zu meinem zweiten Blogbeitrag wurde als das Optimum angesehen, dass wir unser Augenmerk nicht so sehr auf die Differenzen zwischen den Geschlechtern richten, sondern Gemeinsamkeit anstreben. Der Kommentar erklärt weiter: „Es gibt Studien, die besagen, dass in Führungsfunktionen das Optimum erreicht wird, wenn Frauen und Männer gemeinsam führen.“

Zunächst stellt sich für mich die Frage, was es bedeutet, „gemeinsam“ zu führen. In Diskussionen mit meinen Kollegen haben wir uns darauf geeinigt, dass wir diese Aussage so interpretieren: Selbst wenn Männer optimal führen, fehlt ihnen die weibliche Perspektive. Und wenn Frauen optimal führen, fehlt ihnen die männliche Perspektive. Daraus würde sich schließen lassen, dass ein Optimum erreicht wird, wenn Männer und Frauen zusammen führen, da beide Perspektiven vertreten sind. Ob das allerdings heißt, dass Männer und Frauen dabei auf gleicher Hierarchieebene führen und gleich viel Verantwortung übernehmen, bleibt offen.

Betrachten wir einmal, welche Haltungen wichtig sind, um als Frauen optimal zu führen. Hier sind fünf Aspekte, die für Frauen in Führungspositionen meiner Erfahrung nach wichtig sind: Weiterlesen

Führen Frauen anders? 2. Teil

Frauen in FührungspositionenWerden Führungseigenschaften von Frauen unterbewertet? Oder anders gefragt: Ist das Verständnis von guter Führung durch maskuline Eigenschaften definiert?

Ich habe einige interessant Kommentare von Frauen zum ersten Blogeintrag „Führen Frauen anders?“ erhalten und bin sehr froh, dass wir dieses Thema zusammen diskutieren.

Ein Kommentar betont die Tatsache, dass wir alle, Männer und Frauen, männliche/maskuline und weibliche/feminine Eigenschaften haben. Dem, glaube ich, würde jeder zustimmen, der sich etwas mit Psychologie beschäftigt hat. Weiter wird kommentiert, dass es darauf ankommt, welche dieser Eigenschaften wir in Führungspositionen hervorheben und mit welcher Rolle wir uns identifizieren. Das sehe ich ähnlich, jedoch ist mir in meiner Arbeit mit Frauen klar geworden, dass viele der Verhaltensmuster und Rollen so tief in uns eingeprägt sind, dass viele von uns aus diesen heraus handeln, ohne sich dessen bewusst zu sein. Menschen mit tiefer Selbstkenntnis können diese Wahl bewusst treffen, aber für viele Führungskräfte sind meiner Erfahrung nach die Wahlmöglichkeiten auf einen kleinen Teil der Verhaltensmuster beschränkt. Weiterlesen

Als Manager leben oder sterben?

Verantwortungsdruck bei ManagernVor kurzem hatte ich in einem Blog den Wertewandel unter Managern deutscher Unternehmen gepriesen. Inspiriert wurde ich von einem ZEIT Artikel, der das erwachende Bedürfnis weltlicher Führungskräfte nach Sinnhaftigkeit und neuen Werten beschrieb.

Ebenfalls in der ZEIT erschien jetzt ein Artikel, der die gleiche Berufsgruppe, aber eine ganz andere Realität porträtierte, nämlich die zunehmende Zahl an Spitzenmanagern und Vorständen, die sich das Leben nehmen.

Wie ist es möglich, das Menschen in so grosser Verantwortung so ausweglos sind?

Die Überschrift des Artikels nimmt die Antwort vorweg. Manager stehen unter Druck und der ist in den vergangenen zehn bis zwanzig Jahren stark gestiegen. Investoren fordern immer bessere Zahlen und seit dem Internet wächst der öffentliche Wahrnehmungsdruck auf Wirtschaftslenker immer dramatischer. Verhaltensweisen und Entscheidungen auf Vorstandsebene sind seitdem keine Privatsache mehr. Das hat positive und negative Aspekte, aber vor allem muss man lernen, mit diesem Druck umzugehen. Weiterlesen