Veränderung braucht Vertrauen

Veränderung_braucht_VertrauenEiner unserer Kunden hat uns vor kurzem einen direkten Vergleich ermöglicht, der die Bedeutung von Vertrauen für Veränderung wunderbar auf den Punkte gebracht hat.

Bei diesem Kunden arbeiten wir seit einiger Zeit parallel mit zwei unterschiedlichen Führungsteams. In beiden Fällen geht es darum, notwendige Veränderungsprozesse anzustoßen und zu begleiten.

Mit dem einen Team (nennen wir es einfach Team I) arbeiten wir seit mehr als einem Jahr ausgesprochen erfolgreich zusammen. Das zweite Team (Team II) weiss von dieser Zusammenarbeit. Es hat von uns direkt gehört sowie über unterschiedliche Mitarbeiter der Organisation von unserem innovativen Ansatz erfahren. Die Herausforderungen, die für Team II anstehen, sind komplexer als die, die wir bisher mit Team I bearbeitet haben.

Nach einigen Wochen der Zusammenarbeit mit Team II merkten wir, dass die Arbeit nur zäh voran ging. Anfangs war es uns nicht aufgefallen, weil die Themen komplexer waren und viele verschiedene Aspekte berücksichtiget werden mussten. Aber relativ bald wurde deutlich, dass dies nicht der wahre Grund war. Mit jedem weiteren Meeting wurde uns klarer, dass kaum einer der Beteiligten wirklich die Bereitschaft zeigte, „seine Karten auf den Tisch zu legen“. Je besser wir die einzelnen Akteure kennenlernten, desto offensichtlicher wurde, dass Sie nicht in der Lage oder willens waren, transparent und konstruktiv zur Lösung der anstehenden Probleme beizutragen.

Viel Vertrauen heisst gutes Vorankommen

Wie Schuppen von den Augen fiel es uns dann bei einem neuerlichen Meeting mit Team I, bei dem diesmal ebenso komplexe wie herausfordernde Themen anstanden. Die gemeinsame Arbeit, die uns zum Teil 12 Stunden pro Tag in Anspruch nahm, führte schnell zu klaren und umsetzbaren Ergebnissen und Entscheidungen – und machte obendrein noch richtig Spaß!

Was war der Unterschied? Der Unterschied war nichts anderes als der Grad des Vertrauens, das zwischen den einzelnen Teammitgliedern bestand. Viel Vertrauen heisst gutes Vorankommen, wenig Vertrauen heißt zähe Zusammenarbeit mit wenig nachhaltigen Ergebnissen.

Wenn sich Mitglieder eines Führungsteams vertrauen, bedeutet das, das jeder das Gefühl hat, seine Gedanken und Gefühle zum Thema aussprechen zu können, selbst wenn sie einem im ersten Moment etwas abwegig oder gewagt vorkommen mögen – es ist einfach kein Problem. Die Teammitglieder begegnen sich mit Respekt, wertschätzen den Input eines jeden und bleiben offen, wenn das Thema von einer völlig neuen Perspektive zur Diskussion gestellt wird. Die Teammitglieder erleben gemeinsam, was es bedeutet kreativ zu sein, frei zu sein von Beschränkungen und die Erfahrung zu machen, sein gesamtes Potenzial einbringen zu können.

Gemeinsam entwickelte Veränderung ist nachhaltiger

Die Veränderung, die dann gemeinsam entwickelt und getragen wird, hat eine Kraft, die sie nachhaltig macht. Warum? Weil ein jeder einen „Stake“ darin hat und mit dem Erfolg persönlich verbunden ist.

Und das bedeutet, dass Veränderung – also etwas Neues, Anderes – nur dann von uns hervorgebracht wird, wenn wir vertrauen.

Mit Daten belegt hat den Einfluss von Vertrauen die LRN Corporation, die in ihren HOW Report 2016 auf Seite 20 zeigt, dass „Mitarbeiter, die in Umgebungen arbeiten, in denen viel Vertrauen herrscht, mit um den Faktor 32 höherer Wahrscheinlichkeit Risiken eingehen, die für das Unternehmen von Vorteil sein könnten, mit um den Faktor 11 Mal höherer Wahrscheinlichkeit mehr Innovationen als bei ihren Wettbewerbern sehen und mit sechsfacher Wahrscheinlichkeit mehr Erfolg als andere in ihrer Branche haben.“

Oder, wie schon der alte Seneca (römischer Politiker, Rhetor, Philosoph und Schriftsteller) wusste:

„Mangelndes Vertrauen ist nichts als das Ergebnis von Schwierigkeiten. Schwierigkeiten haben ihren Ursprung in mangelndem Vertrauen.“

Wie viel Vertrauen schenken Sie Ihren Mitarbeitern? Oder, anders gefragt: „Wie viel mehr an Veränderung ist möglich, wenn Sie Ihren Mitarbeitern mehr Vertrauen schenken?“

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